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Deutsches Versorgungskettengesetz (LkSG)

Das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz (LkSG) ist ein verbindliches Gesetz, das große Unternehmen, die in Deutschland tätig sind, verpflichtet, eine umfassende Due Diligence ihrer Lieferketten durchzuführen. Das Gesetz verpflichtet Unternehmen, Menschenrechts- und spezifische Umweltverletzungen in ihren eigenen Geschäften und denen ihrer direkten Lieferanten zu identifizieren, zu verhindern und anzugehen. Dies stellt einen bedeutenden Schritt zur Durchsetzung der Unternehmensverantwortlichkeit für globale Lieferketten dar.

Warum das wichtig ist

Für jeden Beschaffungsprofi, dessen Unternehmen in den Anwendungsbereich des LkSG fällt, ist Compliance nicht nur eine bewährte Praxis – sie ist eine rechtliche Notwendigkeit. Das Gesetz legt einen neuen Standard für das Risikomanagement der Lieferkette fest, und die Nichteinhaltung kann zu erheblichen Geldstrafen und Ausschluss von öffentlichen Aufträgen führen. Das Verständnis der LkSG ist grundlegend für die Risikominderung und die Sicherstellung des fortgesetzten Marktzugangs in Deutschland. Ein proaktiver Ansatz zur LkSG-Konformität ist aus mehreren Gründen entscheidend: 

  • Sicherstellung der gesetzlichen Compliance: Das Gesetz wird vom Federal Office for Economic Affairs and Export Control (BAFA) durchgesetzt, das bei schwerwiegenden Verstößen Geldstrafen von bis zu 2 % des jährlichen weltweiten Umsatzes eines Unternehmens verhängen kann. Ein strukturierter Due-Diligence-Prozess ist Ihre wichtigste Methode, um die Einhaltung nachzuweisen und diese schweren Strafen zu vermeiden. 
  • Menschenrechtsrisiken managen: Das LkSG richtet sich gezielt auf schwerwiegende Menschenrechtsrisiken, darunter Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Diskriminierung und Verstöße gegen Arbeitsschutz und Gesundheit. Das Gesetz verpflichtet Beschaffungsteams, über Kosten- und Qualitätskennzahlen hinauszugehen und diese ethischen Risiken aktiv zu managen. 
  • Stärkung der Lieferantenbeziehungen: Compliance erfordert eine tiefere Zusammenarbeit mit direkten Lieferanten. Es erfordert eine klare Kommunikation der Erwartungen, kollaborative Risikobewertungen und gemeinsame Anstrengungen zur Umsetzung präventiver und korrektiver Maßnahmen und fördert widerstandsfähigere und transparentere Partnerschaften. 
  • Stärkung des Unternehmensrufs: Der Nachweis einer soliden Einhaltung der LkSG signalisiert Investoren, Kunden und anderen Interessengruppen, dass Ihr Unternehmen sich ethisch zu einer ethischen Beschaffung verpflichtet fühlt. Diese Transparenz kann Vertrauen aufbauen und einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. 

So funktioniert es / wichtigste Punkte

1. Einrichtung eines Risikomanagementsystems

Unternehmen müssen ein effektives Risikomanagementsystem implementieren, um Menschenrechts- und Umweltrisiken zu identifizieren, zu verhindern und zu mindern. Dazu gehört die Übertragung einer klaren internen Verantwortung für die Überwachung der Due Diligence der Lieferkette, zum Beispiel durch die Ernennung eines Menschenrechtsbeauftragten.

2. Durchführung einer regelmäßigen Risikoanalyse

Mindestens einmal im Jahr und bei bedeutenden Veränderungen in der Lieferkette auf ad-hoc-Basis müssen Unternehmen eine Risikoanalyse durchführen. Diese Analyse muss Risiken innerhalb ihres eigenen Geschäftsbereichs und für ihre direkten Lieferanten identifizieren, abwägen und priorisieren. Obwohl es für indirekte Lieferanten nicht zwingend erforderlich ist, muss die Due Diligence ausgelöst werden, wenn das Unternehmen belegte Informationen über einen möglichen Verstoß erhält.

3. Vorbeugende Maßnahmen umsetzen

Basierend auf der Risikoanalyse müssen Unternehmen geeignete vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Dazu gehört die Verabschiedung einer Leitlinie zu Menschenrechten, die Entwicklung eines Lieferanten-Verhaltenskodex und die Verankerung dieser Erwartungen in Beschaffungsverträge. Schulungen für relevante Mitarbeiter und Lieferanten sind ebenfalls ein wichtiger präventiver Schritt.

4. Korrekturmaßnahmen ergreifen

Wenn ein Verstoß festgestellt oder unmittelbar bevorsteht, muss das Unternehmen sofort Korrekturmaßnahmen ergreifen, um ihn zu verhindern, zu beenden oder zu minimieren. Für direkte Lieferanten könnte dies die gemeinsame Erstellung und Umsetzung eines korrigierenden Aktionsplans umfassen. Die Beendigung der Geschäftsbeziehung gilt als letzter Ausweg.

5. Einrichtung eines Beschwerdeverfahrens

Unternehmen sind verpflichtet, einen zugänglichen und effektiven Beschwerdemechanismus einzurichten. Dieser Kanal muss es Einzelpersonen ermöglichen, Menschenrechts- oder Umweltrisiken und -verstöße innerhalb der Lieferkette zu melden, damit die Stimmen der Betroffenen gehört werden können.

6. Dokumentieren und berichten

Schließlich müssen Unternehmen kontinuierlich ihre Due-Diligence-Aktivitäten dokumentieren und einen Jahresbericht über die Erfüllung dieser Verpflichtungen erstellen. Dieser Bericht muss auf der Website des Unternehmens veröffentlicht und bei BAFA eingereicht werden, um öffentliche Transparenz zu gewährleisten.

Beispiele

Onboarding und Überprüfung von Lieferanten

Ein deutscher Einzelhändler nimmt automatisch einen Lieferantenkodex auf, der ausdrücklich auf LkSG-Anforderungen Bezug nimmt, in alle neuen Lieferantenverträge. Bevor ein neuer direkter Lieferant aus einem Hochrisikoland eingearbeitet wird, verlangt das Beschaffungsteam, dass der Anbieter einen Sedex Self-Assessment Questionnaire (SAQ) ausfüllt, um potenzielle Risiken im Zusammenhang mit Arbeitszeiten und Löhnen zu identifizieren.

Reaktion auf eine Beschwerde

Durch seinen Beschwerdemechanismus erhält ein Ingenieurunternehmen eine Beschwerde über unsichere Arbeitsbedingungen in der Fabrik eines direkten Lieferanten. Im Einklang mit seinen LkSG-Verpflichtungen leitet das Unternehmen eine Untersuchung ein. Es arbeitet mit dem Lieferanten zusammen, um einen Korrekturmaßnahmenplan zu entwickeln, der die Bereitstellung neuer persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und die Einführung neuer Sicherheitsschulungen umfasst, wobei die Fertigstellung des Plans über eine gemeinsame Plattform verfolgt wird.

Jährliche Risikoanalyse und Berichterstattung

Ein Automobilhersteller führt seine jährliche Risikoanalyse durch und identifiziert übermäßige Überstunden als Hauptrisiko unter seinen Tier-1-Lieferanten in einer bestimmten Region. Der jährliche LkSG-Bericht des Unternehmens beschreibt dieses Risiko, beschreibt die ergriffenen Präventivmaßnahmen (wie z. B. Schulungen für Lieferanten zum Arbeitsrecht) und berichtet über die Anzahl der im Berichtszeitraum umgesetzten Korrekturmaßnahmen.

Über Sedex

Sedex ist ein globales Technologieunternehmen, das sich auf Daten, Insights und professionelle Dienstleistungen spezialisiert hat, um sie zu stärken Nachhaltigkeit in der Lieferkette. Unsere Plattform, Werkzeuge und Dienstleistungen ermöglichen es Unternehmen, einfach zu verwalten und zu verbessern ihre Umwelt-, Sozial- und Governance-Performance (ESG) zur Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele in der Lieferkette.

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