Menschenrechte und Umwelt-Sorgfaltspflicht (HREDD)
Human Rights & Environmental Due Diligence (HREDD) ist ein umfassender Risikomanagementprozess, den Unternehmen nutzen, um negative Auswirkungen auf Menschen und den Planeten zu identifizieren, zu verhindern, zu mindern und zu berücksichtigen. Während traditionelle Due Diligence soziale und Umweltfragen oft getrennt behandelt, erkennt HREDD deren tiefe Verbindung an. Dieser ganzheitliche Rahmen verlangt von Organisationen, ihre Abläufe und Lieferketten auf Risiken zu überprüfen, die von Zwangsarbeit und unsicheren Arbeitsbedingungen bis hin zu Umweltverschmutzung, Abholzung und Auswirkungen des Klimawandels reichen.
Warum das wichtig ist
Für Beschaffungsleiter stellt HREDD die nächste Entwicklung in der nachhaltigen Beschaffung dar. Da sich die globale Gesetzgebung von freiwilligen Richtlinien zu verbindlichen Anforderungen wandelt, reicht es nicht mehr aus, Menschenrechte und Umweltstandards als isolierte Säulen zu behandeln. Die Umsetzung einer robusten HREDD-Strategie ist aus mehreren Gründen unerlässlich:
- Einhaltung regulatorischer Anforderungen: Neue und aufkommende Gesetze, wie die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeit der Unternehmens-Nachhaltigkeit (CSDDD) und das deutsche Gesetz zur Lieferketten-Sorgfaltspflicht (LkSG), verlangen ausdrücklich, dass Unternehmen Umweltrisiken neben Menschenrechtsverletzungen angehen. HREDD stellt sicher, dass Ihre Organisation konform bleibt und teure Strafen vermeidet.
- Management miteinander verbundener Risiken: Umweltschäden führen oft zu Menschenrechtsverletzungen. Zum Beispiel kann Wasserverschmutzung durch eine Fabrik die Lebensgrundlage lokaler Gemeinschaften zerstören. HREDD ermöglicht es Ihnen, diese sich summierenden Risiken frühzeitig zu erkennen und so ein genaueres Bild Ihrer Schwachstellen in der Lieferkette zu liefern.
- Stärkung der Resilienz der Lieferketten: Klimawandel und Umweltzerstörung sind wesentliche Disruptoren der Lieferketten. Durch die Integration von Umwelt-Due-Diligence können Sie Ressourcenknappheit und betriebliche Störungen vorhersehen, was Ihnen ermöglicht, eine widerstandsfähigere Beschaffungsstrategie aufzubauen.
- Kosteneffizienzsteigerung: Das proaktive Management der Umweltleistung – wie Energieverbrauch und Abfallmanagement – offenbart oft Möglichkeiten zur Kostensenkung und senkt gleichzeitig Ihre Scope-3-Emissionen.
So funktioniert es / wichtigste Punkte
Der Prozess beginnt mit der Kartierung Ihrer Lieferkette, um vollständige Transparenz zu erhalten. Beschaffungsteams müssen Risiken nicht nur anhand von Geografie oder Sektor analysieren, sondern durch eine doppelte Perspektive. Dies beinhaltet die Bewertung von Lieferanten auf Menschenrechtsrisiken und gleichzeitig die Bewertung ihres ökologischen Fußabdrucks, wie Wasserverbrauch, Abfallentsorgungspraktiken und CO₂-Emissionen.
Sobald Risiken priorisiert sind, müssen Sie Maßnahmen ergreifen, um die Wahrscheinlichkeit von Schäden zu verringern. Dies kann die Aktualisierung der Lieferanten-Verhaltenskodizes umfassen, um spezifische Umweltstandards wie Null-Abholzungsrichtlinien oder Chemikalienmanagementprotokolle einzubeziehen. Minderungsstrategien sollten die Ursachen angehen und oft die Zusammenarbeit mit Lieferanten erfordern, um Maschinen aufzurüsten oder Produktionsprozesse zu verändern, damit sie sowohl für die Arbeiter als auch für die Umwelt sicherer sind.
Ein effektives HREDD basiert auf Daten. Du musst die Wirksamkeit deiner Interventionen im Laufe der Zeit verfolgen. Dies beinhaltet das Sammeln überprüfbarer Daten zu Key Performance Indicators (KPIs) wie Verletzungsraten, Stundenlohn, CO2-Emissionen und Wasserverbrauch. Regelmäßige Audits und Stimmbefragungen der Mitarbeiter helfen sicherzustellen, dass Verbesserungen echt und nachhaltig sind.
Transparenz ist der letzte, entscheidende Schritt. Stakeholder – darunter Investoren, Kunden und Regulierungsbehörden – erwarten klare Berichte darüber, wie Sie HREDD verwalten. Das bedeutet, Ihre wichtigsten Risiken, die von Ihnen ergriffenen Maßnahmen zur Bewältigung und die greifbaren Ergebnisse sowohl in sozialen als auch ökologischen Bereichen öffentlich zu machen.
Beispiele
Ein Lebensmittelhersteller, der Palmöl beschafft, nutzt Satellitendaten, um Abholzungsrisiken (Umwelt) zu überwachen. Gleichzeitig arbeiten sie mit lokalen NGOs zusammen, um sicherzustellen, dass der Landerwerb für die Landwirtschaft indigene Gemeinschaften nicht verdrängt hat (Menschenrechte).
Ein Modehändler entdeckt, dass ein Färbehaus unbehandeltes Abwasser in lokale Flüsse leitet. Dies ist ein Umweltverstoß, der auch ein Gesundheitsrisiko für die lokale Gemeinschaft darstellt (Menschenrecht auf Gesundheit). Der Händler arbeitet mit dem Lieferanten zusammen, um eine Wasseraufbereitungsanlage zu installieren und beide Probleme gleichzeitig zu lösen.
Ein Logistikunternehmen investiert in eine moderne Fahrzeugflotte für seine Distributoren. Diese Investition reduziert die CO2-Emissionen (Umwelt) und bietet Fahrern Fahrzeuge mit besseren Sicherheitsmerkmalen, wodurch das Risiko von Verkehrsunfällen (Menschenrechte/Arbeitnehmersicherheit) reduziert wird.
Über Sedex
Sedex ist ein globales Technologieunternehmen, das sich auf Daten, Insights und professionelle Dienstleistungen spezialisiert hat, um sie zu stärken Nachhaltigkeit in der Lieferkette. Unsere Plattform, Werkzeuge und Dienstleistungen ermöglichen es Unternehmen, einfach zu verwalten und zu verbessern ihre Umwelt-, Sozial- und Governance-Performance (ESG) zur Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele in der Lieferkette.
